FAQ - ist der Heilpraktiker für Psychotherapie was für mich?

von Gisela Schneider

Ich werde immer wieder gefragt, was der “kleine Heilpraktiker” als Berufsbild ist und macht. Dieser Beruf bietet wahnsinnig viele Möglichkeiten (abhängig von der Ausbildung) - im selbständigen Bereich und manchmal auch als Angestellte(r).

  1. Zum Selbstcheck

  2. Was braucht es für die Berufsausübung?

  3. Wie finde ich, was mich erfüllt?

  4. Erfahrungsbericht: Vom Kopf ins Herz (von Nancy Bauer)


Selbstcheck - ist der HP eventuell meine Berufung?

  • Schlummert in Ihnen seit langem der Wunsch therapeutisch tätig zu sein und/oder vertrauen Ihnen Menschen Ihre Probleme an?

  • Interessieren Sie sich für Psychologie und wie die Menschen ticken?

  • Interessiert sie dieses Thema nicht nur, sondern möchten Sie anderen auch “helfen”?

  • Haben Sie sich schon selbst einmal Hilfe gesucht, und positive Erfahrungen mit “alternativen” Heilmethoden gemacht?

  • Reflektieren Sie über sich und andere Menschen? Und haben Sie auch das Bedürfnis weiter an sich zu arbeiten und dies zu “transportieren”?

  • Macht Ihnen Lernen Spass?

  • Können Sie es sich vorstellen, selbständig zu sein?

  • Können Sie auch mal “nein” sagen? Mal Pause machen? Und sich abgrenzen? (Falls nicht … dies kann und sollte man lernen.)

Sollten Sie sich hier in Minimum 2 Aussagen wiederfinden, könnte dies definitiv ein Weg für Sie sein. Und ganz wichtig: Sie brauchen hier keine “volle Punktzahl” - gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch. Dort lassen sich diese Fragen viel leichter klären.

Was braucht es für die Ausübung des Berufes?

Um als Heilpraktiker (für Psychotherapie, als großer HP, aber auch im Heilberuf generell) in eigener Praxis bestehen zu können, ist es unabdingbar, daß man eine selbständige Ader hat, um seine Praxis zu eröffnen und zu erhalten.

Auch sollte man sich regelmäßig fortbilden und für sich selbst sorgen. Dies bedeutet Supervision, Kontakte und Austausch mit Kollegen, und wie schon erwähnt - ganz, ganz wichtig: Selbstfürsorge.

Die Gefahr im helfenden Beruf auszubrennen, sich nur noch um andere zu kümmern und zu sorgen ist sehr groß. Dies bedeutet, man muss es lernen Pause zu machen, irgendwann auch Klienten abzulehnen, zu erkennen “tut mir dieser Klient gut?”.

In meiner Klinikausbildung kam irgendwann der Punkt wo ich erkannte: als erstes kommt der Therapeut, als zweites kommt der Therapeut, auch als drittes und viertes… und dann “erst” der Klient.

Gute Therapieausbildungen vermitteln dies deshalb. Man muss es lernen, seine Grenzen zu erkennen. Denn nur wenn man selbst gesund ist, kann man anderen auch helfen!

Auch wichtig ist: um Anfangs als Heilpraktiker selbständig zu arbeiten braucht man unbedingt eine finanzielle Basis, damit man mit offenem Herzen und ohne Geldnot praktizieren kann. (Das Arbeitsamt berät Existenzgründer übrigens umsonst und gibt eine kleine finanzielle Unterstützung.)

Hier ein Beispiel: stellen Sie sich vor, Sie haben kein Einkommen und kein Geld: was passiert? Der Klient findet in seiner Not endlich einen Therapeuten, und bekommt dann in der Sitzung dieses (vielleicht noch nicht einmal benennbare) Gefühl, “uhhh, dem/der geht’s gar nicht gut … der/die darbt am Hungertuch … ist bedürftig … wie kann ich helfen…?” Da dreht sich dann etwas in der Dynamik, und der Klient kommt wahrscheinlich nie wieder.

Und deshalb braucht man am Anfang der Praxisgründung eine Art Grundeinkommen und auch eine gute Beratung, um sich selbständig zu machen.

Wie finde ich das, was mich wirklich erfüllt?

Ich mag Werdegänge und ergründe mit Menschen genau diese Frage in einem Coaching. Für manch einen, gibt es nur ein “Ding” (das muss man dann aber finden … oft wurde dies schon in der Kindheit tief vergraben), aber die meisten von uns haben mehrere Begabungen und tanzen auch auf mehreren Hochzeiten - nur der Beruf, in dem wir am meisten Zeit verbringen, der macht oft leider keinen Spaß.

Jetzt geht es “nur” noch darum, sich zu trauen, Mut zu finden, nach innen zu hören und die Begabungen wachsen zu lassen… die Berufung findet sich, indem man den “Ruf” hört, und das Gefühl dazu stimmt. Gerne helfe ich Ihnen in diesem Prozess der Selbstfindung.

Kann man auch mehrere “Berufungen” oder Jobs haben die einen erfüllen?

Meine Antwort ist: JA.

Hier geht es zum Werdegang einer “Schülerin" von mir, die über sich - über das was sie dachte was sie könnte - hinausgewachsen ist:

 

Vom Kopf ins Herz

von Nancy Bauer, Heilpraktikerin für Psychotherapie in eigener Praxis & Restaurantbesitzerin

Hin und wieder klopfte eine Frage in meinem Kopf an: „Soll’s denn das gewesen sein, was kommt da noch, beruflich und so...?!“

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Mit Mitte Dreißig scheint es wohl noch mehr zu geben als den nächsten Urlaub zu planen und am Wochenende was Schönes mit den Freunden zu unternehmen. Ja, auch als Betriebswirtin ist mein Arbeitsalltag ziemlich spannend, das möchte ich nicht missen, doch es trieb mich hin und wieder um, ich war irgendwie auf der Suche.

Damals im Abi hatte mein Durchschnitt leider nicht zum Medizinstudium gereicht. Psychologie! Das wäre klasse gewesen. Schon von Klein auf begleitete mich immer ein „Warum“, wenn es z.B. um Zwischenmenschliches ging. Von meiner Familie erntete ich oft Kopfschütteln und ein „is halt so“. Sehr zu meinem Unfrieden. Heilpraktiker, das sollte es sein, ich informierte mich... mhhh, neben dem Beruf - eine Riesenherausforderung.

Ich erzählte einer Freundin davon, die sich mit Ende 40 den Traum der eigenen Praxis verwirklichte. „Mach doch den kleinen Heilpraktiker, das is bestimmt was für Dich...“ Den äääh - was?! Noch nie davon gehört. Ich war neugierig und echt infiziert, das ließ mir keine Ruhe.

Ich wohne in Zwickau, mein Freund in München. Das „in der Nähe von München“ mein Ausbildungsort werden sollte, lag klar auf der Hand. Gegoogled - Forum Gilching. Wann?! Nächste Woche Info-Abend? Zu schnell! Mein Freund überzeugte mich...

Gilching war dann „Liebe auf den ersten Blick“: herzlicher Empfang, ausführliche, ehrliche Infos, bodenständig, warmherzig, angekommen. Dieses Gefühl hatte ich lange nicht mehr, das war dieses Dauergrinsen. Natürlich hatte ich Bedenken: wieder lernen, zusätzlich, alles neu, schaff ich das?!

Heute sage ich allen, die die Idee hegen: ja, du schaffst das mit Bock, Engagement und Leidenschaft. Stell Fragen, du kriegst Antworten.

Stolz wie Bolle nahm ich als BWLerin am Kurs teil. Faszinierend, aus welchen verschiedenen Berufen die Teilnehmer kamen, alle mit dem Ziel: HP Psych. Es machte Freude zu lernen, die ICD-10 aufzuschlagen, zu lesen, sich Wissen aneignen. Cool.

Ich fühlte mich im Forum Gilching bestens aufgehoben und versorgt, optimal auf die schriftliche, später auf die mündliche Prüfung vorbereitet. Die Seminarleiter (Gisela & Rudi) haben stets anschaulichst erklärt, praxisnah und verständlich. Die Themen wurden mit passenden Filmen ergänzt, die Skripte zählen heute noch zu meinen (heiligen) Arbeitsmaterialien.

Mein Stolz war riesengroß als ich die Prüfungen bestand (Ende 2015) - es war unglaublich, unbeschreiblich für mich, die BWLerin. Für mich war klar, daß ich neben der theoretischen Ausbildung im Forum Gilching ebenfalls die Kurse zu den Therapieformen „BGT“ und „EMDR“ belege, mein Handwerkszeug lerne. Ich wollte ja zukünftig praktisch mit echten Klienten arbeiten.

Unsagbar dankbar bin ich auch für die praktischen Übungen im Zweierteam, immer begleitet von den Seminarleitern. Schließlich ist es von großer Bedeutung als Therapeut auch einmal „Innenschau“ zu betreiben und an sich selbst zu arbeiten und zu wachsen. Es gibt andere Ausbildungen, da wird man als „Psychologischer Berater“ losgelassen, ohne Therapieform, davon rate ich dringlichst ab. Ein gut ausgestatteter Werkzeugkoffer ist das A und O. Das alles war im Ausbildungsjahr 2014/15.

2016 suchte ich mir einen Praxisraum in Zwickau, der zu mir passt. Ich startete - nebenberuflich. Das finde ich sehr praktisch für mich. Ich kann eben DOCH auf mehreren Hochzeiten tanzen. (Das Gegenteil wurde mit Nachdruck von meinem Umfeld stets behauptet.)

Bis heute besuche ich regelmäßig Supervisionssitzungen bei Gisela Schneider. Sie begleitet mich: mit Ruhe, Kraft und Inspiration. Sie hat die wunderbare Fähigkeit zu begeistern und zu bewegen, zu unterstützen, anzuschieben, zu sagen: „Komm mit, schau es Dir an, erkenne Deine Möglichkeiten und wachse. Trau es Dir zu, Du kannst es.“

So habe ich in Gisela’s Kursen die Bachblüten kennen und lieben gelernt, hab bei Authentic Movement anfangs eher unbeholfen meinen Bewegungen nachgespürt und mache mich gerade mit Giselas Unterstützung zum Human Design auf den Weg und nähere mich der Frage „Warum?!“ mehr und mehr an.

Ich konnte viele alte Glaubenssätze ablegen, das ist ein großer wertvoller Schritt für mich. Mit meiner Ausbildung im Forum Gilching, und vor allem mit meiner großartigen Mentorin Gisela, habe ich für mich innere und äußere Freiheit gefunden, denn: „Tue das, was Dich glücklich macht.“ 

Wer gerne mehr wissen möchte: hier gehts zu Nancy’s Website

Talente sind wie kleine Wunder tief in unserem Inneren, geschaffen, um uns ein erfülltes und glückliches Leben zu schenken. Lassen wir unsere einzigartigen Begabungen wachsen, wächst auch unsere Persönlichkeit.
— Happinez Zeitschrift
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